Die Auswirkungen des Kreuzes

12088478_149681082049162_2617941239029428277_nDer religiösen Welt gekreuzigt
von T. Austin-Sparks

«Mir aber sei es fern, mich zu rühmen als nur des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt» (Gal. 6,14)

Es ist interessant, auf die besondere Art zu achten, wie der Apostel hier von der Welt spricht. Der Begriff ist ein sehr umfassender Begriff, und er enthält eine ganze Menge. Paulus gelangt hier direkt hinunter zum Geist der Sache. Beachtet den Kontext; es ist gut, wenn wir diesen zur Kenntnis nehmen:


«Denn auch sie, die beschnitten sind, befolgen selbst das Gesetz nicht, sondern sie wollen, dass ihr beschnitten werdet, damit sie sich eures Fleisches rühmen können» (Gal. 6,13).

Was meint der Apostel? Die Leute damals wollten sagen: «Seht, wie viele Proselyten wir machen! Schaut doch, wie viele Nachfolger und Jünger wir bekommen! Seht, wie erfolgreich unsere Bewegung ist! Schaut doch, welche Kraft wir allmählich in der Welt werden! Seht doch all die Anzeichen des göttlichen Segens, der auf uns ruht!» Und der Apostel sagt, das sei im Prinzip und im Geist Weltförmigkeit; das ist die Welt! Er setzt dem seine eigene, klare geistliche Position gegenüber. Suche ich die Ehre von Menschen? Suche ich denn den Menschen zu gefallen? Nein! Die Welt ist für mich gekreuzigt und ich der Welt.

All die oben genannten Dinge bedeuten mir nichts. Was für mich zählt, ist nicht, ob meine Bewegung erfolgreich ist, ob ich viele Nachfolger gewinne, ob all die äußeren Manifestationen von Erfolg vorhanden sind; was für mich allein zählt, ist das Maß von Christus in denen, mit denen ich es zu tun habe: «Meine Kinder, um die ich abermals Geburtswehen erleide, bis Christus in euch Gestalt gewonnen hat» (Gal. 4,19). Christus Gestalt gewonnen in euch – darum geht es mir. So sagt er: Das allein zählt für mich… nicht Ausdehnung, nicht Größe, nicht Popularität, nicht Schritthalten mit der Welt, so dass man sagt, dies sei ein erfolgreicher Dienst und eine erfolgreiche Bewegung. Das ist Weltförmigkeit. Ich bin all dem gegenüber tot; ich bin dem allem mit Christus gekreuzigt. Das, worauf es allein ankommt, ist Christus – das Maß von Christus in euch.

Ihr seht, wie die Welt sich einschleichen kann… und wie weltlich wir beinahe unbemerkt werden können, indem wir auf diese äuseren Dinge blicken – wie die Menschen denken und reden werden, was sie sagen werden, welche Haltung sie einnehmen werden; auf das Maß unserer Popularität, das Gerede von unserem Erfolg.

Das alles ist die Welt, sagt der Apostel, der Geist der Welt; so redet eben die Welt. Das alles sind Werte in den Augen der Welt, nicht aber in den Augen des auferstandenen Christus. in der neuen Schöpfung, auf der Auferstehungsseite des Kreuzes, entscheidet nur eines über den Wert einer Sache… und das ist das Maß von Christus in allem. Nichts anderes hat irgend einen Wert, wie groß die Sache auch sein mag, wie populär sie auch sein mag, wie günstig die Menschen auch davon reden mögen; auf der Auferstehungsseite des Kreuzes zählt das kein bisschen. Was zählt, ist, wie viel von Christus vorhanden ist.

Ihr und ich, wir müssen im Kreuz des Herrn Jesus an einen Punkt kommen, wo wir all diesen andern Elementen gegenüber gekreuzigt sind. O, ihr mögt unpopulär sein, und das Werk mag klein sein; vielleicht gibt es keinen Applaus, und die Welt verachtet euch womöglich; doch in all dem gibt es vielleicht etwas, das von Christus ist – das ist die Sache, auf die wir unser Herz richten müssen. Der Herr gibt uns Gnade für diese Kreuzigung. Es gibt wenige Dinge, die schwerer zu ertragen sind, als verachtet zu werden; doch Er wurde verachtet und von den Menschen verworfen. Wie Gott eine bestimmte Sache sieht, das muss unser Standard sein. Das ist ein Auferstehungsstandard. Nun, das ist der Sieg des Kreuzes:

«Mir aber sei es fern, mich zu rühmen als nur des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt».