Wächter, wie weit ist es… Teil 1

gelesen in der christlichen Zeitschrift TOPIC:

Wird Trump in Kürze Weichen von historischer Bedeutung stellen? 

In den letzten zwei Jahren ereignet sich etwas im Nahen Osten, was vor fünf Jahren noch niemand für möglich gehalten hat: Ein Großteil der arabischen Welt geht friedlich auf Israel zu.
November 2017: Eine Delegation aus Bahrain besucht Israel. April 2018: Der neue starke Mann in Saudi-Arabien, Kronprinz Mohammed Bin Salman, erkennt das Existenzrecht Israels an. November 2018: Bei einem Besuch einer Delegation von israelischen Geheimdienstmitarbeitern im Oman plädiert der omanische Außenminister für normale Beziehungen zu Israel. Februar 2019: In Warschau treffen sich Vertreter aus arabischen Staaten und Israel zu einer Nahost-Konferenz. Bahrain spricht sich auf der Konferenz für normale Beziehungen zu Israel aus. März 2019: Auch der Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate plädiert für Beziehungen zu Israel.

Was ist plötzlich los im Nahen Osten? In einem Beitrag für das evangelikale Magazin Israelnetz bringt der Abteilungsleiter für Auswärtige Angelegenheiten im Nachrichtendienst-Ministerium des israelischen Premiers Netanjahu es so auf den Punkt: Arye Sharuz Shalicar schreibt: „Der Hauptgrund für die Annäherung zwischen den Golfstaaten und Israel ist somit ganz klar der Iran, der sowohl eine nukleare und eine ballistische als auch eine Terrorbedrohung von außen und von innen darstellt.“

Abgesehen vom Schicksal Israels befürchten die sunnitischen Staaten des Nahen Ostens, dass der schiitische Iran die Vormachtstellung in der Region anstrebt. Da nur Israel dem Iran militärisch ebenbürtig, wenn nicht gar überlegen, ist, scharen sich die sunnitischen Staaten hinter Israel nach dem Motto: Der Feind meines Feindes ist mein Freund.
Es ist völlig klar: Wenn der Iran in Kürze in diesem Machtpoker nicht klein beigibt – was schier unvorstellbar erscheint –, dann wird es zu einem großen Endkampf um die islamische Vorherrschaft im Nahen Osten kommen.

Dieser Endkampf könnte dadurch ausgelöst werden, dass Donald Trump seinen Nahost-Friedensplan aus der Tasche zieht, der eine neue Ordnung in der Region vorsieht.
Arabische Medien haben im April angebliche Details aus diesem Friedensplan bekannt gemacht. Die Einzelheiten sind jedoch in verschiedenen Medien widersprüchlich. Die arabischsprachige libanesische ZeitungAl-Akhbar berichtete, dass nach dem US-Plan bis zu eine Million Palästinenser nach Jordanien umgesiedelt werden sollen. Dafür sollen umgerechnet knapp 40 Milliarden Euro an Entwicklungsgeldern aus Saudi-Arabien und den Golfstaaten zur Verfügung gestellt werden. Jordanien soll auch Land von Saudi-Arabien nach diesem Plan erhalten.

Da es nach dem Plan keine Zweistaaten-Lösung gibt, will man Palästinensern freien Zugang nach Ägypten gewähren, damit sie dort nicht nur arbeiten, sondern auch die ägyptische Staatsbürgerschaft erwerben können. Dafür soll Ägypten Entschädigungen von umgerechnet 57 Milliarden Euro erhalten, um Projekte im Norden des Sinai zu entwickeln. Die 450.000 palästinensischen Flüchtlinge im Libanon sollen die Option bekommen, nach Israel zurückzukehren oder die libanesische Staatsbürgerschaft anzunehmen.

In Bezug auf die islamischen Stätten in Jerusalem ist nach dem Plan angeblich vorgesehen, Jordanien den bisher schon ausgeführten Aufsichtsstatus auf dem Tempelberg zu belassen.
Es muss natürlich abgewartet werden, was tatsächlich im Friedensplan steht. Ab dem 15. Mai – also nach den Feiern zur Staatsgründung Israels am 14. Mai – will Trump nach unbestätigten Informationen aus den USA den neuen Nahost-Friedensplan der Öffentlichkeit vorstellen. Doch gibt es dann wirklich bald Frieden im Nahen Osten?

Nach TOPIC vorliegenden Informationen haben die Amerikaner in den letzten Wochen in Israel ein Flugabwehrsystem für Mittel- und Langstreckenraketen installiert, das sie aus den eigenen US-Beständen genommen und im Heiligen Land installiert haben. Warum wohl? Mittel- und Langstreckenraketen haben in Bezug auf die Region nur der Iran und seine mächtigen Verbündeten Russland und China.

Angesichts der schon beschriebenen Entwicklungen im Nahen Osten deutet einiges darauf hin, dass es zunächst einen Krieg geben wird. ( Anmerkung von mir, im nächsten Teil mehr) Und der gemeinsame Feind fast aller bedeutenden politischen Kräfte vor Ort heißt: Iran.

TOPIC  Nr. 05/2019

—————————–Der Friedensplan wurde mittlerweile vorgestellt von Jared Kushner  und mehr dazu im nächsten Teil

Hanna

 

Werbeanzeigen